Quaero - die EU-verordnete Antwort auf Google


Europa, genauer gesagt Frankreich und Deutschland, möchte Google etwas eigenes entgegen stellen. Eine neue, europäische Suchmaschine mit Namen Quaero soll's richten.

Google ist mittlerweile allgegenwärtig und führt nicht unverdient die Suchmaschinenrangliste an. Google entstand aus einem Projekt der beiden Gründer Sergej Brin und Larry Page während ihres Studiums in Stanford.

Nun setzt man die politischen Gewichte der Staatsführungen und die Börsengewichte der beteiligten Firmen dagegen. Die noch zu entwickelnde Suchmaschine "Quaero" soll ähnliche Dienste wie google heute anbieten, der Planung nach nur irgendwie besser. Natürlich besser, wer gibt schon gerne eine halbe Milliarde Euro aus, um die zweitbeste Suchmaschine der Welt zu entwickeln?

Nehmen wir das ganze doch mal etwas genauer unter die Lupe. Das Konsortium für die Entwicklung besteht aus Thomson Multimedia, der France Telecom, der deutschen Telekom, dem Suchmaschinenentwickler Exalead und den Forschungs- und Hochschuleinrichtungen Inria, IMSI-CNRS, RWTH Aachen sowie der Universität Karlsruhe. Laut Wikipedia gesellen sich hier noch zwei mir unbekannte Internetprovider (INA und Studio Hamburg) hinzu und Bertelsmann habe angeblich Interesse an einer Beteiligung.

Firmen wie France Telecom (die gerne auch mal 8 Milliarden bei UMTS Projekten versenken) oder die Deutsche Telekom (für die die eigenen Aktionäre auch nicht wichtig sind, siehe Immobilienbewertung und T-Online wiedereingliederung), oder Thomson, die bislang eher mit Preis als Qualität bei ihren Unterhaltungselektronik geräten glänzen, oder Bertelsmann, die BOL.de zuerst mit TamTam aufgemacht haben, dann dümpeln ließen, sich wunderten warum sie nicht so erfolgreich wie Amazon wurden und dann die Lust verloren, ausgerechnet diese Firmen sollen die europäische Revolution der Websuche vollbringen?

Nicht, daß ich es mir nicht wünschen würde eine Alternative zu Google zu haben. Nicht daß ich lieber MSN oder Yahoo lieber nutzen würde. Aber mich beschleicht irgendwie das Gefühl, daß die halbe Milliarde Euro an Steuergeldern für so manchen Beteiligten wichtiger ist als das Ergebnis. Ich bin gespannt wie viel Projekt am Ende der Mittel noch übrig bleibt.

Blöd nur, daß quaero.com schon vergeben ist.

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Comments

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  1. ralph says:

    eine halbe milliarde? steuergelder!? fuer die neuerfindung des google-rades? brauchen wir das geld nicht an anderen stellen notwendiger?

  2. gast says:

    Hmm, also ich kann mir schlimmere Subventionen vorstellen, z.B. in Steinkohleabbau! Das ist doch mal zukunftsgerichtet! Google wird mit all seinen Services immer amerikanisch bleiben. Wer glaubt das die sich für europäische Kultur interessieren, der irrt. Google hat nichteinmal eine Dependence in der EU, nur in der Schweiz! Aber "google" du mal weiter. Ich hab mir schon einen Haufen anderer Siuchmaschinen gesucht, die mich von diesem Monopol der Personendatenerfassung unabhängig machen. Subventionen sind übel, ja, aber dieses Projekt ist längst nicht so schlimm! Die USA subventionieren alle Ihre Rüstungsfirmen u.a. Boeing. Da finde ich es z.B. auch gut, dass die EU in Galileo investiert und die ESA subventioniert. meine meinung.

  3. Marco says:

    ich glaube nicht daran, dass sich innovation von oben verordnen lässt.


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