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21 Prozent Wahlbeteiligung

gab es bei der Wahl zum Stadtverbandspräsidenten des Stadtverbands Saarbrücken am 12. März 2006. Im Radio hörte ich morgens noch den Aufruf, man solle doch zur Wahl gehen. Man habe mit viel Aufwand die Direktwahl ermöglicht, nun solle der Bürger doch zeigen, daß er auch abstimmen möchte.

Um ehrlich zu sein, ich habe mit einer solch geringen Wahlbeteiligung gerechnet. Kaum jemand weiß, was ein Stadtverbandspräsident tut. Daß die Kandidaten kaum jemand kennt ist auch nicht gerade förderlich. Worüber sollen die Leute also abstimmen, wenn sie nicht mal genau wissen wen und warum sie einen davon wählen sollen?

Womit ich mal wieder eine Bestätigung für meine These bekam , daß die Menschen in Demokratien vor allem das wählen, was sie kennen. Mehr Publicity, mehr Stimmen.

Eine spontan an dem Tage von mir durchgeführte Umfrage (nicht repräsentativ :-)) bestätige mein Urteil übrigens...

Rente ab 67 - und da ist noch nicht Schluss

Heute hat die große Koalition in Berlin besprochen, daß die Rente ab 67 kommt. Stufenweise will man ab 2012 das Renteneintrittsalter erhöhen bis man dann 2029 bei 67 angekommen ist.

Ich denke, das ist erst der Anfang und glaube auch, daß es nicht bei diesem Zeitplan bleibt. Meistens, wie auch dieses mal, wird geschickt verschwiegen, daß die Menschen auch währenddessen immer älter werden. Die Lebenserwartung steigt etwa um einen Monat pro Jahr (bei jetzt geborenen Kindern). Grob hochgerechnet von 2006 bis 2029 steigt also die Lebenserwartung um etwa 2,5 Jahre. Dafür geht man 2 Jahre später in Rente. Was passt hier nicht zusammen?

Und damit es ein richtig rundes Paket wird, hat man auch beschlossen den Rentenbeitrag auf 19,9% anzuheben. Prima, wieder weniger netto in der Tasche. Und man fragt sich in Berlin allen ernstes warum der Konsum nicht wirklich in Gang kommt?

Quaero beginnt zu bröckeln

Quaero, die deutsch-französische Suchmaschinen-Kooperation die Google das Fürchten lehren soll, beginnt bereits vor Beginn der heißen Phase auseinander zu fallen.

Die Deutsche Telekom bestätigte gestern, daß man an dem Projekt nur noch "beobachtend" teilnehme. Offenbar wurde man durch die ehrgeigen Ziele verschreckt und fürchtet einen Imageverlust (ausgerechnet bei der Telekom?). Als Ersatzspieler und Quaereinsteiger ist Siemens im Gespräch. Ausgerechnet wieder ein großer Konzern, der seit Kleinfelds Regentschaft eher durch Verkauf von problematischen Unternehmensteilen auffiel als durch Innovation.

Meiner Meinung nach geht dieses Projekt in eine falsche Richtung. Gerade im Bereich einer Suchmaschine kann man Erfolg nicht verordnen, er muß aus der Basis heraus entstehen.

Warum sind die User vor Jahren von Altavista, MSN, Yahoo scharenweise zu Google gewandert?

  • Google hatte eine schlanke Startseite. Ein Logo, ein paar Worte, ein Suchfeld. Die Konkurrenten boten Seitenweise Portale, Links bis zum Abwinken. Google glänzte, weil sie etwas anders machten. Sie boten die schnelle unkomplizierte Suche, die der User haben wollte.
  • Google hatte die besseren Treffer. Zu Beginn schon fiel bei Google auf, daß zu einem Suchbegriff relevantere Seiten weiter oben standen - wegen des Google Pagerank Mechanismus. Geschickte Idee und doch so einfach. Die Wettbewerber hatten so etwas einfach nicht und boten schlechtere Ergebnisse.
  • Google war schnell und aufgeräumt. Die Suchergebnisse kamen nicht nur schnell, man konnte sie auch schnell erfassen durch einen einfachen Aufbau der Seiten.
  • Google war lokal. Google bot die (funktionierende) Suche in lokalen Quellen an, durch Sprache oder Gebiet begrenzt. Und auch das taten sie erfolgreicher als alle anderen.
  • Google war good, nicht evil. Die meisten Suchmaschinenbetreiber genossen keinen guten Ruf, Google schon. Sympathisch, weil's von zwei Studenten gegründet wurde. Fast wie Yahoo, nur eben besser.
Sicherlich finden sich noch deutlich mehr Argumente, warum Google erfolgreicher wurde als alle Suchmaschinen vorher (und es auch immer noch ist!). Der Schlüssel dazu steckt in der Innovation, und ich zweifle daran, daß man dies mit ein paar Ex-Monopolisten und großen Konzernen in den Markt drücken kann. Man beachte, daß selbst Microsoft es mit seiner geballten Marktmacht in diesem Segment nicht geschafft hat Google Paroli zu bieten.

Der Ausstieg der Telekom wundert mich. Sind die EU Fördermittel bereits verplant oder etwa schon alle?

Aufregung über Google

Warum bloß regt sich momentan Hinz und Kunz über Google auf?

Stein des Anstosses ist, daß sich Google den Chinesischen Behörden gebeugt hat und seine Suchergebnisse in China zensiert.

Google hält sich damit an geltendes lokales Recht. So blöd das für manchen klingen mag. Die Alternative für Google wäre, in diesem Land seine Suchmaschine gar nicht anzubieten und den chinesischen Anbietern das Feld komplett zu überlassen. Die dort existierenden Suchmaschinen werden seltsamerweise nicht kritisiert, ebenso wenig wie Yahoo oder MSN, die sich solchen Verfügungen deutlich eher beugen als Google dies tut. Was ist nun besser?

Kritisieren muß man diejenigen, die für solche Gesetze verantwortlich sind und nicht die, die sich daran halten weil sie keine andere Wahl haben.

Zweitnormal?

Eben gefunden: Delta t, der Verein für Zweitnormalität. Und das alles, weil manche Menschen abends produktiver sind als morgens.

Dazu passend ein längst vergessener Witz: Was machen drei Deutsche, die sich zufällig begegnen? Sie gründen einen Verein...

Steine statt Argumente?

In Anbetracht der Tatsache, daß man sich in Straßburg monatelang gegen die Patentgegner wehren konnte (bzw sie einfach ignorierte) nahm man die Proteste der Hafenarbeiter sehr schnell zur Kenntnis.

Kaum fliegen ein paar Steine, brennen ein paar Autos und gehen 6000 Hafenarbeiter in Straßburg auf die Straße, schon verschwindet das neue Paket in der Versenkung und wird gekippt.

Passend zum neuen Vorstoß in Richtung Softwarepatente durch die Hintertür sollte man auch in der IT Branche über andere Arten der Demonstration mal nachdenken. Virtuelle Blockaden, virtuelle Sit-Ins und auch geschriebene Argumente scheinen Abgeordnete nicht zu beindrucken. Klar, Hafenarbeiter sind im Durchschnitt etwas kräftiger, aber in der IT Branche gibt's deutlich mehr Beschäftigte.

Quaero - die EU-verordnete Antwort auf Google

Europa, genauer gesagt Frankreich und Deutschland, möchte Google etwas eigenes entgegen stellen. Eine neue, europäische Suchmaschine mit Namen Quaero soll's richten.

Google ist mittlerweile allgegenwärtig und führt nicht unverdient die Suchmaschinenrangliste an. Google entstand aus einem Projekt der beiden Gründer Sergej Brin und Larry Page während ihres Studiums in Stanford.

Nun setzt man die politischen Gewichte der Staatsführungen und die Börsengewichte der beteiligten Firmen dagegen. Die noch zu entwickelnde Suchmaschine "Quaero" soll ähnliche Dienste wie google heute anbieten, der Planung nach nur irgendwie besser. Natürlich besser, wer gibt schon gerne eine halbe Milliarde Euro aus, um die zweitbeste Suchmaschine der Welt zu entwickeln?

Nehmen wir das ganze doch mal etwas genauer unter die Lupe. Das Konsortium für die Entwicklung besteht aus Thomson Multimedia, der France Telecom, der deutschen Telekom, dem Suchmaschinenentwickler Exalead und den Forschungs- und Hochschuleinrichtungen Inria, IMSI-CNRS, RWTH Aachen sowie der Universität Karlsruhe. Laut Wikipedia gesellen sich hier noch zwei mir unbekannte Internetprovider (INA und Studio Hamburg) hinzu und Bertelsmann habe angeblich Interesse an einer Beteiligung.

Firmen wie France Telecom (die gerne auch mal 8 Milliarden bei UMTS Projekten versenken) oder die Deutsche Telekom (für die die eigenen Aktionäre auch nicht wichtig sind, siehe Immobilienbewertung und T-Online wiedereingliederung), oder Thomson, die bislang eher mit Preis als Qualität bei ihren Unterhaltungselektronik geräten glänzen, oder Bertelsmann, die BOL.de zuerst mit TamTam aufgemacht haben, dann dümpeln ließen, sich wunderten warum sie nicht so erfolgreich wie Amazon wurden und dann die Lust verloren, ausgerechnet diese Firmen sollen die europäische Revolution der Websuche vollbringen?

Nicht, daß ich es mir nicht wünschen würde eine Alternative zu Google zu haben. Nicht daß ich lieber MSN oder Yahoo lieber nutzen würde. Aber mich beschleicht irgendwie das Gefühl, daß die halbe Milliarde Euro an Steuergeldern für so manchen Beteiligten wichtiger ist als das Ergebnis. Ich bin gespannt wie viel Projekt am Ende der Mittel noch übrig bleibt.

Blöd nur, daß quaero.com schon vergeben ist.

Der Preis der Gerechtigkeit?

Sony BMG hat kürzlich mit seinem RootKit einen recht großen Bock geschossen. Wie in den U.S.A. zu erwarten gab es nun eine Sammelklage und einen Vorschlag zur Einigung, der vom Gericht nun auch bestätigt und befürwortet wurde.

Dieser Vorschlag besteht darin, daß die Käufer einer CD mit dem XCP Kopierschutz nun 7,50 US-Dollar Entschädigung bekommen und zusätzlich ein Album gratis herunterladen zu können.

Es ist auch noch nicht so lange her, da verklagte Sony BMG Musik tauschende Surfer und wollte die Summe von 750 US-Dollar pro getauschtem Song.

Irgendwie frage (nicht nur) ich mich, wie die Kläger einem solchem Vorschlag überhaupt zustimmen konnten. Für solche Fälle kann in den U.S.A. ein Schadenersatz von bis zu 1000 Dollar pro infiziertem Computer verhängt werden, warum geben sich die Kläger also mit mickrigen 7,50 Dollar zufrieden?

Die Macht des Verbrauchers ist der Boykott. Dem Verbraucher ist es aber scheinbar egal.

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