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So ein Server zu hause ist praktisch. Er ermöglicht den Austausch von Dateien, automatische Backups, viel Plattenplatz an einem zentralen Ort und je Anforderungen der Benutzer auch weitere Dienste.

Allerdings hat ein solcher Server, gerade wenn er zu Hause steht, oftmals eine Einsatzdauer von maximal 4-8 Stunden am Tag. Aus Bequemlichkeit laufen die meisten Home Server dennoch 24 Stunden täglich durch. Im Leerlauf verbraten diese Rechner dann zwischen 30 und 300 Watt für nichts. Rechnet man diese Leistung auf einen Monat oder gar ein Jahr hoch stellt man fest, daß man für das Geld lieber etwas anderes getan hätte. Bei einem Leerlauf von 16 Stunden und 100 Watt Leistung kommt man auf etwa 100 Euro Stromkosten im Jahr - für nichts.

Deshalb habe ich ein kleines Script geschrieben, welches einen Linux Server automatisch herunterfährt, wenn keine anderen Rechner im Netz mehr online sind. Denn spätestens wenn kein Rechner mehr online ist, wird der Server nicht mehr benötigt und kann abgeschaltet werden.


Installation

folgendes Script entweder von hier downloaden oder abtippen und unter /usr/local/bin/powersaver.sh speichern (copy+paste tut's natürlich auch):

#!/bin/sh
#
# (cc:by-sa) 2007 Marco Gabriel, http://www.marcogabriel.com/
#
# Powersaver.sh

###
# CONFIG
###

# Filename of the statusfile
STATUSFILE="/tmp/powersaver-status"

# which ip range should be checked?
# this example looks in "192.168.1.10 to 192.168.1.30"
# and "192.168.178.10 to 192.168.178.30"
RANGE="192.168.1,178.10-30"

# how many clients are always on (other servers, routers, etc)
MINCLIENTS=0

# shutdown after how many retries?
RETRIES=2

###
# END CONFIG
###

NUMCLIENTS=`nmap -sP $RANGE -oG - | grep "^Host" | wc -l`

if [ $NUMCLIENTS -le $MINCLIENTS ]; then
if [ ! -f "$STATUSFILE" ]; then
echo "COUNT=$RETRIES" > $STATUSFILE
fi
. $STATUSFILE
if [ $COUNT -le $MINCLIENTS ]; then
echo "Shutdown, my dear..."
shutdown -h now;
else
let COUNT=$COUNT-1
echo "COUNT=$COUNT" > $STATUSFILE
fi;
else
if [ -f "$STATUSFILE" ]; then
rm $STATUSFILE
fi
fi

Nachdem das Script unter /usr/local/bin/powersaver.sh gespeichert wurde muss es gegebenenfalls noch ausführbar gemacht werden:

chmod +x /usr/local/bin/powersaver.sh

Als nächstes muss das Script natürlich regelmässig ausgeführt werden. Hierfür bietet sich ein Cronjob an, der das Script alle 10 Minuten startet. Also erweitern wir /etc/crontab um einen Eintrag, der das Script regelmäßig aufruft:

root@server:~# crontab -e

In der Datei ergänzt man folgenden Eintrag:

*/10 * * * *      /usr/local/bin/powersaver.sh

Nun wird das Script alle 10 Minuten aufgerufen und überprüft, wieviele Rechner online sind. Im oben konfigurierten Standard muss also 3 mal nacheinander (RETRIES=2) kein Rechner (MINCLIENTS=0) mehr gefunden werden, dann wird der automatische Shutdown eingeleitet.

Sollte der Rechner vorher Aufgaben ausgeführt haben, die Nachts automatisch durch cron gestartet wurden, kann man statt cron künftig auch anacron einsetzen. Anacron wurde als cron-Ersatz speziell für Server geschrieben, die eben nicht immer eingeschaltet sind.

Wer's bequem haben will, kann den Rechner bei Bedarf auch per Wake-On-Lan einschalten... :-)

Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Germany License.


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Comments


    #1 granad on 06/17/07 at 12:31 PM [Reply]

    Cool, ich bräuchte sowas für meinen Windows-Server!!

    Gruß

    Sebastian

    #2 Juniperus on 06/19/07 at 12:51 PM [Reply]

    Prima Idee, hatte mal sowas ähnliches als UDP-Broadcast-Lösung - aber so gefällt es mit besser.

    Dickes Lob!

    #3 Michi on 06/20/07 at 03:08 PM [Reply]

    Hi.

    Tolle Sache.

    Weiter so, wird gerne angenommen.

    Grüße Michi

    #4 Falko on 06/21/07 at 10:25 AM [Reply]

    feines script, vielen Dank.

    #5 Gurge on 06/24/07 at 03:27 PM [Reply]

    Klasse Script. Da fehlt bloss ein "fi" am Ende des Scriptes hier direkt im Blog. Bei der Downloaddatei ist alles ok.

    Mfg Gurge

    #5.1 Marco Gabriel on 06/24/07 at 10:26 PM [Reply]

    danke für den hinweis. ich hab's korrigiert.

    #5.1.1 HaTho on 01/11/08 at 06:10 PM [Reply]

    hi Alle!

    bin auch begeistert, aber habe noch kleines problem:

    ein direkter aufruf des scripts fährt den rechner erwartungsgemäß runter.

    aber cron führt den shutdown nicht aus!!

    wenn ich andererseits das script nur eine message schreiben lasse (shutdown auskommentiert und ein echo > datei rein), dann tut auch cron.

    was ist das?!? hilfe hilfe

    gruss

    hatho

    #6 Timm on 10/21/07 at 01:08 PM [Reply]

    Klasse, danke für das Script.

    Bei einer Suse 10.3 Distribution habe es ein Problem, dass der Cron-Job den shutdown-Befehl nicht ausführen konnte.

    Ich habe den Befehl mit dem Pfad geändert:

    /sbin/shutdown -h now

    nun läuft es!

    Danke und einen schönen SO

    Timm

    #7 Timm on 11/02/07 at 09:47 AM [Reply]

    Hallo zusammen,

    mir ist an dem Script noch was aufgefallen:

    In der Schleife:

    if [ $COUNT -le $MINCLIENTS ]; then

    gibt es das Problem, wenn $MINCLIENTS > Retries (gespreichert in $COUNT) ist, dass der Rechner sofort herunterfährt.

    Meiner Meinung nach müsste die Schleife folgendermaßen aussehen, um Clientunabhängig den Rechner erst nach Anzahl RETRIES herunterzufahren:

    if [ $COUNT -le "0" ]; then

    Oder mache ich hier einen Denkfehler???

    Gruß Timm

    #7.1 Hannes on 04/21/10 at 11:01 PM [Reply]

    Sehe ich auch so. Das Script funktioniert aber, solange man es bei der "Default"-Einstellung MINCLIENTS=0 belässt. Da hat die QA-Abteilung offensichtlich geschlafen.

    Bis auf diesen Fehler aber ein sehr nützliches Skript. Danke!

    #8 jo on 11/12/09 at 07:55 PM [Reply]

    ja Hallo zusammen,

    und für die Newbees noch der Hinweis, das "nmap" z.B unter Debian erst nachinstalliert werden muß. (jaja, ist ja klar) ;-).Jedenfals funktionierts eiwandfrei auch auf der NSLU2. Vielen Dank für das wirklich tolle Script. Auch noch nach 2 Jahren kann dieser SW Schnipsel noch Leute neu erfreuen.

    tausend Grüße

    Jo

    #9 Frank on 02/04/11 at 12:27 PM [Reply]

    Klasse Script.Ich bin neu in der Linux Geschichte und habe für meinen neuaufgesetzten Server genau soetwas gesucht. Es funktioniert bestens.

    @jo

    Danke für den Hinweis, das nmap unter Debian nachinstalliert werden muss.

    Gruß Frank

    #10 Ian Christ on 04/28/11 at 07:56 PM [Reply]

    Ich spiele gerade mit meinem "allten" eeePC rum und lasse ihn als kleinen Homeserver unter zentyal 2.0.3 (www.zentyal.com) laufen. Mit kleinen Änderungen beim Herunterzählen von $COUNT läuft das Skript wunderbar:

    #!/bin/sh

    #

    # (cc:by-sa) 2007 Marco Gabriel, http://www.marcogabriel.com/

    #

    # Powersaver.sh

    ###

    # CONFIG

    ###

    # filename of the statusfile

    STATUSFILE="/tmp/powersaver-status"

    # which ip range should be checked?

    # this example looks in "192.168.1.10 to 192.168.1.30"

    # and "192.168.178.10 to 192.168.178.30"

    # RANGE="192.168.1,178.10-30"

    RANGE="192.168.17.100-199"

    # how many clients are always on (other servers, routers, etc)

    MINCLIENTS=0

    # shutdown after how many retries?

    RETRIES=2

    ###

    # ENDE CONFIG

    ###

    NUMCLIENTS=`nmap -sP $RANGE -oG - | grep "^Host" | wc -l`

    if [ $NUMCLIENTS -le $MINCLIENTS ]; then

    if [ ! -f "$STATUSFILE" ]; then

    echo "COUNT=$RETRIES" > $STATUSFILE

    fi

    . $STATUSFILE

    if [ $COUNT -le 0 ]; then

    echo "Shutdown, my dear..."

    shutdown -h now;

    else

    COUNT=$((COUNT-1))

    echo "COUNT=$COUNT" > $STATUSFILE

    fi;

    else

    if [ -f "$STATUSFILE" ]; then

    rm $STATUSFILE

    fi

    fi

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